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Henna-Zeremonie: Ablauf, Bedeutung und Kleidung

Kurz gefasst: Was ist die Henna-Zeremonie?

Die Henna-Zeremonie ist ein traditionelles Fest, das im Mittelmeerraum und in muslimisch geprägten Kulturen vor der Hochzeit gefeiert wird. Die Hände – und oft auch die Füße – der Braut werden dabei von einer spezialisierten Künstlerin, der Nekacha, mit Henna verziert. Das soll die Baraka (den Segen) anziehen, den bösen Blick fernhalten und zeigen, dass ihr Herz vergeben ist. Die Zeremonie findet in der Regel eine Woche vor der religiösen Trauung statt – manchmal auch am Vorabend – im Haus der Eltern der Braut, im Kreis der Frauen beider Familien.

  • Wann: eine Woche vor der Hochzeit oder, je nach Familie, am Abend davor.
  • Wo: traditionell bei den Eltern der Braut, unter Frauen.
  • Wer trägt das Henna auf: die Nekacha, nachdem dem Ritual entsprechend zwei Kerzen heruntergebrannt sind.
  • Bedeutung: Schutz, Wohlstand und Segen (Baraka) für die künftige Ehe.

Die Henna-Zeremonie ist eine jahrhundertealte Tradition der mittelmeerischen und besonders der muslimischen Kultur. Trotz aller Modernisierung muslimischer Hochzeiten hat sie bis heute einen festen Platz im Herzen vieler Bräute.

Ist die Henna-Zeremonie heute wirklich eine andere? Und wie hat sich dieser Brauch über die Jahrhunderte gewandelt?

Henna als Pulver

Was ist die Henna-Zeremonie?

Henna ist eine symbolträchtige Pflanze mit vielen zugeschriebenen Kräften. Sie ist mit zahlreichen Vorstellungen verbunden und soll derjenigen, die damit geschmückt wird, Schutz, Frieden und Wohlstand bringen.

Der Name geht auf das hebräische Wort Hen zurück, das so viel bedeutet wie „Gnade finden“. Indem sie Hände und Füße mit Henna verzieren lässt, erbittet die Braut die Baraka – den Segen – für ihre künftige Ehe. Zugleich soll das „Tätowieren“ Neid und den bösen Blick fernhalten.

Der Symbolik nach findet die junge Frau nach der Zeremonie für immer Gnade in den Augen ihres Mannes – und alle anderen Verehrer geben die Hoffnung auf, denn die Zeichnungen sagen unmissverständlich: Dieses Herz ist vergeben.

Kerze bei einer Henna-Zeremonie

Wie läuft die Henna-Zeremonie ab?

Wann und wo findet sie statt?

Üblicherweise wird sie eine Woche vor der religiösen Trauung ausgerichtet; manche Familien feiern sie am Abend vor der Hochzeit.

Das Fest findet im Haus der Eltern der Braut statt und versammelt alle Frauen, die ihr nahestehen – Verwandte und Freundinnen –, ebenso wie die Frauen aus der Familie des Bräutigams.

Von der Tradition zur modernen Feier

Der Tradition nach hält sich die Braut bis zum Ende des Essens in einem anderen Raum auf und stößt erst danach zu den Gästen.

Heute nehmen die Bräute meist von Anfang an am Abend teil. Essen, Tee, traditionelles Gebäck, Musik: Die Henna-Zeremonie ist inzwischen vor allem ein intimer Moment des Beisammenseins mit den engsten Menschen der Braut.

Das Auftragen des Hennas

Dem Ritual entsprechend werden zu Beginn zwei Kerzen entzündet. Erst wenn sie heruntergebrannt sind, darf die Braut die Henna-Zeichnungen empfangen.

Aufgetragen werden sie von einer Nekacha, einer auf Henna spezialisierten Künstlerin, die Hände und Füße der Braut verziert.

Die Paste entsteht aus getrockneten, zu Pulver vermahlenen Hennablättern, Wasser und einem ätherischen Öl – häufig Rosen- oder Orangenblütenöl. Ziel ist eine glatte Masse, die sich angenehm auftragen lässt.

Früher hatte jedes Motiv auf den Händen eine eigene Bedeutung. Heute steht die Ästhetik stärker im Vordergrund, und die Feinheit der Linien wiegt manchmal schwerer als ihr Sinngehalt.

Ist die Braut mit ihren schönsten Zeichnungen geschmückt, lädt die Nekacha auch die übrigen Gästinnen ein, sich Henna auftragen zu lassen.

Henna-Zeichnung auf den Füßen

Meist ist es das Henna-Ritual, bei dem die Gästinnen ihre Geschenke niederlegen; die Braut öffnet sie nach dem Auftragen. Gelobt und gefeiert wird sie mit Gesängen und kleinen Gaben.

Welches Geschenk bringt man der Braut zur Henna-Zeremonie mit?

Mehrere traditionelle Gaben können von der Familie oder vom Bräutigam selbst überreicht werden:

  • Eier als Sinnbild der Fruchtbarkeit
  • Zucker als Sinnbild des Glücks
  • Orangenblütenwasser als Sinnbild von Reinheit und Fruchtbarkeit
  • Milch und Rosenwasser als Sinnbilder der Reinheit
Gaben für die Henna-Zeremonie

Für die übrigen Gästinnen ist die Wahl recht frei: Es geht in erster Linie darum, der Braut eine Freude zu machen – mit Blumen, Gebäck oder einem Kosmetikprodukt.

Welche traditionelle Kleidung passt zur Henna-Zeremonie?

Neben den Henna-Zeichnungen gehört auch das Kleid der Braut zum festen Bild dieser Feier.

Traditionell trägt die Braut ein grünes Gewand, einen Kaftan – Grün ist die Farbe des Hennas, bevor es aufgetragen wird.

Beim Material fällt die Wahl auf edle Stoffe wie Samt oder Seide. Viele Kleider sind mit goldenen Stickereien besetzt, die dem Ganzen zusätzliche Eleganz verleihen.

Inzwischen sind allerdings auch andere Farben verbreitet: Manche Bräute entscheiden sich für Türkis oder Rosa.

Kleidung bei einer Henna-Zeremonie

Für die Gästinnen gibt es keine feste Regel. Sie können ebenso gut traditionelle Kleidung wie einen Kaftan tragen oder ein schlichteres Outfit, in dem sie sich wohlfühlen.

Kleidung der Gästinnen bei einer Henna-Zeremonie